Ladungssicherung mit Zurrmitteln

Wenn die Ladung nicht durch den Fahrzeugaufbau gesichert werden kann, muss diese Aufgabe von Zurrmitteln erledigt werden. Dabei ist es unerheblich, ob Zurrgurte, Zurrketten oder Zurrdrahtseile eingesetzt werden; deshalb entscheidet auch hier der Anwender darüber, was er einsetzen will. Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Art der Verzurrung. Immer noch ist es so, dass viele den Begriff „Ladungssicherung“ mit der Sicherungsart „Niederzurren“ gleichsetzen. Wer die Nachteile einer Niederzurrung kennt und die Vorteile einer Direktzurrung zu nutzen weiß, hat einen großen Vorteil beim Sichern.

Diagonalzurren (Formschlüssige Sicherung)

Beim Diagonalzurren werden die Zurrmittel im geraden Zug eingesetzt und dazu in Zurrpunkten an der Ladung und in Zurrpunkten auf der Ladefläche eingehängt.

Die Ladung wird durch die Zurrmittel erst dann in Position gehalten, wenn sie sich aufgrund der fahrdynamischen Kräfte in Bewegung setzen will.

Grundsätzliche Bedingungen: Es sind vier Zurrmittel erforderlich. Das Ladegut muss ausreichend belastbare Zurrpunkte haben. Das Transportfahrzeug hat ausreichend belastbare Zurrpunkte. Die Zurrmittel sollten nur handfest gespannt werden.

Optimierung: Das Unterlegen von Antirutschmatten reduziert die erforderliche Sicherungskraft der Zurrmittel enorm.

Niederzurren (Kraftschlüssige Sicherung)

Beim Niederzurren wird die Ladung durch die Zurrmittel auf die Ladefläche gepresst, dadurch erhöht sich die Reibungskraft. Die Reibungskraft sichert die Ladung gegen Rutschen. Grundsätzliche Bedingungen: Das einzelne Ladegut muss formstabil sein. Alle Ladegüter oder die Paletten, wenn sie transportsicher sind, müssen direkt aneinander stehen. Die Zurrmittel müssen mit der Hand möglichst stramm gespannt werden.

Optimierung: Das Zwischenlegen von Antirutschmatten reduziert die Anzahl der erforderlichen Zurrmittel enorm. Der Zurrwinkel, der von der Ladefläche hoch zum Zurrmittel gemessen wird, sollte möglichst groß sein. Optimal ist ein Zurrwinkel von nahe 90°.

Niederzurren und Kopfschlinge (Kombinierte Sicherung)

Durch das Niederzurren wird die Ladung seitlich und nach hinten gesichert. Die Kopfschlinge dient als „Stirnwandersatz“ und sichert die Ladung in Fahrtrichtung. Grunsätzliche Bedingungen: Das Ladegut muss druckfest sein. Die Zurrmittel zum Niederzurren müssen möglichst stramm gespannt werden. Die Zurrmittel der Kopfschlinge sollten nur handfest gespannt werden.

Optimierung: Das Zwischenlegen von Antirutschmatten reduziert die Anzahl der erforderlichen Zurrmittel enorm. Der Zurrwinkel beim Niederzurren sollte möglichst groß sein. Der Zurrwinkel der Kopfschlinge, der von der Ladefläche hoch zum Zurrmittel gemessen wird, sollte etwa 30° betragen.